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Kobudo

Viele Kobudo-Waffen verdanken ihren Ursprung eher der erfinderischen Not ihrer ersten Anwender: die Eroberung der bis dahin unabhängigen Ryukyu-Inseln mit der größten Insel Okinawa durch den japanischen Satsuma-Clan und dem darauf folgenden Verbot "echter" Waffen führte zur Improvisation der unwilligen Bewohner mit Geräten ihres täglichen Bedarfs. So wurden aus Stöcken, Sicheln, Dreschflegeln, Rudern und anderen bäuerlichen Geräten fürchterliche Waffen. Allmählich bildete sich dann aus dem bloßen Benutzen der Waffen die Kunst des Umgangs mit der Waffe heraus. Andere Waffen kamen durch europäischen Kolonialherren in den Pazifik, wo sie als Kampfformen weiterentwickelt wurden. Auch einige der traditionellen Waffen der japanischen Krieger kommen zum Einsatz.

Arnis ist eine philippinische Kampfsportart, die mit einem Stock, 2 Stöcken oder nur mit bloßen Händen ausgeübt werden kann. Ein Arnis Stock ist traditionell aus Rattanholz, 65 cm lang und hat einen Durchmesser von 2,5 cm.

Arnis ist eine der vielfältigsten Waffen, die es gibt, da sie optimal zur Selbstverteidigung verwendet werden können. Außerdem zeichnen die Techniken eine starke Eleganz in den Bewegungen aus.

Der Bo oder auch Langstock hat eine Länge von 180 cm - 200 cm und ist eine Distanzwaffe. Entstanden ist diese interessante Kobudo-Waffe auf Okinawa. Dort wurde sie als Wanderstab der Mönche oder als Hirtenstab verwendet und aus naheliegenden Gründen auch zur Selbstverteidigung verwendet. Bo ist eine sehr schlichte Waffe, allerdings sehr gefährlich, wenn man sie gut beherrscht.

Der Tonfa ist ebenfalls eine Waffe, die ursprünglich aus Okinawa kommt. Über die eigentliche Herkunft lassen sich abendfüllende Diskussionen führen.

Der Deutsche Asien Kampfsport Verband hat in Deutschland die Ausbildung in Tonfa schon vor vielen Jahren begonnen, die schon viele Budosportler und Sicherheitsleute gemacht habend. Tonfas gehören auch zur Ausrüstung einiger Polizeiabteilungen in Deutschland.
Die Ausbildung beginnt mit der Handhabung, Dreh- und Schlagtechniken, Katas, sowie Selbstverteidigungstechniken gegen verschiedene Angriffe und Transportgriffe, um Angreifer zu fixieren.

Es können verschiedene anerkannte Lizenzen (C, B, A und A1) abgelegt werden, die es erlauben, ggf. selbstständig Tonfa zu lehren. Der Deutsche Asien Kampfsport Verband betreut lebenslang alle Mitglieder und Lizenzinhaber und hält sie ständig auf dem neuesten Stand, u.a. durch den Präsidenten des DAV Erich Brandl, 9. DAN, der als internationaler Tonfa-Experte ausgezeichnet wurde.

In unserem Dojo trifft sich am ersten Trainingsdienstag im Monat eine bunte Truppe an Tonfabegeisterten, die sich in einem Extratraining im Wirbeln und Schlagen bzw. den restlichen Techniken übt. Auch Anfänger sind gerne gesehen.
 
BuchErichBuchtipp:
Tonfa - vom Kobudo zur modernen Waffe
Autor: Erich Brandl 
ISBN: 387892079-2

Hanbo ist die Hälfte vom Bo (Han = Hälfte), also ca. 90 cm - 100 cm Lang. Anders wie alle anderen Kobudowaffen ist Hanbo kein Handwerksgerät oder ein Bauernwerkzeug. Die Waffe ist in Japan direkt zur Selbstverteidigung entwickelt worden. Obwohl sie etwas länger als Arnisstock und kürzer als Bo ist, ist sie kaum mit diesen Waffen vergleichbar. Das Hanbo hat komplett eigene Techniken, die schnell und auf Distanz gehandhabt werden.

In unserem Dojo hat sich eine Kenjutsu-Gruppe gebildet. Gelehrt wird praktischer japanischer Schwertkampf, also nicht nur als reine Schwert"kunst"schule, sondern als praxisorientierte Kampfart bei allen Phasen der Auseinandersetzung in Kombination mit Hebeltechniken und Selbstverteidigungstechniken mit Kurzblankwaffen. Für die Fortgeschrittenen werden auch Schnittechniken geübt.

Als Ausgleich und Remineszenz an die Traditionen sind auch Katas und einige klassische Techniken im Programm integriert.

Das Messer ist wohl nach Keule und Stock die älteste Waffe der Welt. Schon bei den Neandertaler war es Werkzeug und Waffe zugleich.
Das Messer ist eine unendlich variable und blitzschnelle Waffe, die nicht nur zum Stechen und Schneiden, sondern auch als Blockwaffe Block- und Hebelwaffe genutzt werden kann.
Damit ist das Messer wohl die gefährlichste Waffe, die auch einem Normalbürger begegnen kann. Fast jedermann hat uneingeschränkt Zugriff auf ein Messer in seiner Umgebung und selbst der Angriff einer ungeübten Person führt schnell zu schweren Verletzungen oder endet tödlich.
Um sich gegen Messerangriffe - wenn überhaupt - verteidigen zu können ist es ratsam, die Handhabung eines Messers zu verstehen und zu lernen. Deshalb wurde das Ausbildungsprogramm von uns auch auch den Bereich Messerkampf erweitert, bei dem sowohl westliche als auch asiatische Kampfformen geübt werden.

Hier einige Eindrücke aus der Anfängergruppe:

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